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Diagnose

Augenärzte und Augenärztinnen verfügen über verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten und Tests, mit deren Hilfe die Augenoberfläche, der Tränenfilm, die Tränenproduktion und die Lider untersucht werden können und die so eine Diagnosestellung ermöglichen. Liegt ein genauer Befund vor, können notwendige Maßnahmen zur Behandlung ergriffen werden. In der Praxis werden stets nur so viele bzw. wenige Tests eingesetzt, bis eine zuverlässige Einordnung der Benetzungsstörung möglich ist.

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Zunächst wird der Augenarzt oder die Augenärztin Sie nach Ihren Beschwerden wie Trockenheits- oder Fremdkörpergefühl, Brennen usw. fragen.

Darüber hinaus sollten Sie ihn oder sie über alle eventuell sonst noch vorhandenen Beschwerden oder Erkrankungen sowie über die Einnahme aller Arzneimittel informieren.

Dann wird der Augenarzt oder die Augenärztin Ihre Augen an der Spaltlampe untersuchen, an der er die Hornhaut, die Bindehaut und einzelne Schichten des vorderen Augenabschnittes bis hin zur Linse unter Vergrößerung betrachten kann. Hierbei sieht er bereits Rötungen der Bindehaut und Trübungen der Hornhaut.

Folgende Tests können zusätzlich durchgeführt werden.

Um kleine Schäden an der Augenoberfläche festzustellen, kann der Augenarzt oder die Augenärztin Ihnen einen ungefährlichen Farbstoff, entweder grün oder rot, ins Auge träufeln. Der Farbstoff färbt Defekte der Binde- und Hornhaut sowie abgeschilferte Zellen an. Mit ein paar Lidschlägen ist die Farbe allerdings wieder verschwunden und Ihr Sehvermögen ist nicht eingeschränkt.

Zusätzlich kann die Stabilität Ihres Tränenfilms und die Tränenfilmmenge bestimmt werden. Die Tränenfilmaufreißzeit ist ein Maß für die Stabilität des Tränenfilms, die bei der hyperevaporativen Form des Trockenen Auges vermindert ist. Dafür wird wiederum ein Farbstoff eingetropft. Sie werden aufgefordert werden, nach mehrmaligem Blinzeln zur Verteilung des Farbstoffes, die Augen bewusst offen zu halten.

Der Arzt oder die Ärztin ermittelt dann mittels einer Stoppuhr oder durch Zählen die Zeit, die vom letzten Lidschlag bis zum Aufreißen des Tränenfilms – was sich durch dunkle Flecken auf der Hornhautoberfläche bemerkbar macht – vergeht.

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Je länger dieser Zeitraum ist, desto stabiler ist der Tränenfilm und desto länger ist das Auge durch einen intakten, geschlossenen Oberflächenfilm geschützt. Der Normbereich für die Tränenfilmaufreißzeit liegt beim gesunden Auge bei mehr als 15 Sekunden. Werte unter 10 Sekunden gelten als Indiz für eine krankhafte Veränderung.

Die Tränenmenge kann mithilfe des Schirmer-Tests untersucht werden. Hierbei wird ein 5 mm breiter und 35 mm langer Filterpapierstreifen (Lackmuspapier) in den äußeren Lidwinkel in den Bindehautsack eingehängt.

Nach 5 Minuten wird die Strecke abgelesen, die die Tränenflüssigkeit im Papierstreifen zurückgelegt hat. Mehr als 10 mm sind der Normalbefund, während weniger auf eine zu geringe Tränenproduktionsmenge schließen lässt. Anzeichen für eine krankhafte Veränderung sind Werte unter 5 mm in 5 Minuten.

Eine Untersuchung der Lider kann ebenfalls wichtige Informationen bei der Diagnose des Trockenen Auges liefern.

Mithilfe des Lidschlags wird der Tränenfilm auf der Augenoberfläche verteilt und die Abgabe von Meibomdrüsensekret unterstützt. Die Lidschlagfrequenz bei Gesunden ist äußerst variabel und kann offenbar den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Während des Sprechens beträgt die Lidschlagrate ca. 15 Schläge/Minute und verringert sich beim Lesen und bei Computerarbeit auf ca. 5 Schläge/Minute.

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Eine reduzierte Lidschlagfrequenz begünstigt eine Verdunstung der Tränenflüssigkeit.

Eine Lidfehlstellung oder eine Lidschlussinsuffizienz kann sich negativ auf die Tränenfilmstabilität auswirken und sollte gegebenenfalls chirurgisch behandelt werden.

Durch eine Untersuchung des Lidrandes können Informationen über eine etwaige Entzündung oder eine Meibom-Drüsen-Dysfunktion gewonnen werden.

Die Untersuchung umfasst die Zilien, die Lidkante und die Meibom-Drüsen-Ausführungsgänge sowie bei Bedarf eine Betrachtung der Meibom-Drüsen mit Hilfe der Meibographie.

Das Trockene Auge ist typischerweise mit einem hyperosmolaren Tränenfilm assoziiert. Ein gewisses Ausmaß an Wasserverdunstung von der Augenoberfläche ist normal. Ist der Tränenflüssigkeitsfluss jedoch verringert bzw. die Verdunstung erhöht oder liegt beides kombiniert vor, entsteht eine Tränenfilmhyperosmolarität.

Dementsprechend stellt die Messung der Tränenfilmosmolarität ein wichtiges Kriterium in der Diagnostik des Trockenen Auges dar. Von manchen Experten wird sie sogar als Goldstandard diskutiert. Die Messung erfolgt mit Hilfe eines Osmometers.

Sehen Sie in unserem Video, warum Sie mit Ihren Symptomen zum Augenarzt oder zur Augenärztin gehen sollten!

FAQ

Wie werden Trockene Augen diagnostiziert?

Der Augenarzt oder die Augenärztin verfügt über verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten und Tests, mit deren Hilfe die Augenoberfläche, der Tränenfilm, die Tränenproduktion und die Lider untersucht werden können und die so eine Diagnosestellung ermöglichen.

Zunächst erfolgt die Schilderung Ihrer Beschwerden in einem ausführlichen ärztlichen Gespräch.  Im Anschluss beginnt die Ursachenfindung. Hierfür wird die sogenannte Spaltlampe verwendet, mit deren Hilfe man das Auge in einer vielfachen Vergrößerung betrachten kann.

Zusätzliche Tests umfassen die Messung der Tränenfilmstabilität durch Bestimmung der Tränenfilmaufreißzeit, die Messung der Tränenmenge mit einem Filterstreifen und auch Anfärbeverfahren mit unterschiedlichen Farbstoffen, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Anfärbemuster eine genauere Beurteilung der Augenoberfläche zulassen (Fluoreszein, Lissamingrün, Bengalrosa).

Weitere wichtige Tests sind die Untersuchung der Augenlider und die Messung der Tränenfilmosmolarität.

Lesen Sie hier mehr zur Diagnose von Trockenen Augen.

An wen muss ich mich wenden?

Das Trockene Auge ist eine chronische Erkrankung, die eine wiederkehrende Behandlung und Kontrolle durch Ihren Augenarzt oder Ihre Augenärztin erfordert. Um dauerhafte Schäden an der Augenoberfläche zu vermeiden, sollten Sie also unbedingt regelmäßige Termine vereinbaren.

Lesen Sie hier, wie Ihr Augenarzt oder Ihre Augenärztin Trockene Augen diagnostiziert.

Was versteht man unter Diagnose?

Die Diagnose ist die Feststellung einer bestimmten Krankheit. Auf die Diagnose baut die nachfolgende ärztliche Behandlung auf. Durch die Komplexität des Trockenen Auges ist eine eindeutige Diagnose aber nicht immer ganz einfach. Nicht selten gibt es eine Abweichung zwischen den empfundenen Beschwerden der betroffenen Person und der Diagnosestellung. Ein intensives und vertrauensvolles Anamnesegespräch ist daher neben den gängigen Diagnosemöglichkeiten besonders wichtig.

Sehen Sie in unserem Video, warum Sie bei Symptomen Trockener Augen zum Augenarzt oder zur Augenärztin gehen sollten.

Werden Augentropfen für Trockene Augen von meiner Krankenkasse übernommen?

In medizinisch notwendigen Fällen werden bestimmte Augentropfen mit Hyaluronsäure von Ihrer Krankenkasse übernommen.

Die Produkte können als Tränenersatzmittel bei einer vorliegenden Autoimmunerkrankung wie dem Sjögren-Syndrom, einer Epidermolysis bullosa oder einem okulären Pemphigoid von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin verordnet werden – in diesem Fall übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten. Sollten Sie an einer fehlenden oder geschädigten Tränendrüse, einer Fazialisparese oder einem Lagophthalmus leiden, können Sie ebenfalls ein Rezept erhalten, das von der Krankenkasse erstattet wird. Beispielsweise können die Kosten für folgende Produkte bei den oben genannten Erkrankungen übernommen werden.

Warum ist tägliche Lidrandpflege so wichtig?

Unabhängig davon, ob Sie unter Trockenen Augen oder einer Blepharitis leiden, gilt: Die empfindliche Haut der Augenpartie muss gut, aber sanft gereinigt und gepflegt werden. Bei einer Lidrandentzündung oder Trockenen Augen durch einen Mangel der Lipidschicht des Tränenfilms ist die Lidrandhygiene ein sehr wichtiger Bestandteil der Therapie. Studien konnten zeigen, dass Lidrandpflege zu weniger verstopften Meibom-Drüsen, einer Stabilisierung des Tränenfilms und einer Zunahme der Lipidschicht des Tränenfilms führt.

Dazu werden die Sekrete, die die Meibom-Drüsen verstopfen, mithilfe von feucht-warmen Kompressen oder einer Wärmebrille verflüssigt. Durch sanfte und gezielte Lidrandmassage und der anschließenden Reinigung der Lidränder, werden die Sekrete dann entfernt. In der Regel muss eine Blepharitis über einen längeren Zeitraum behandelt werden – daher sollten Sie für die Lidrandreinigung und -pflege ein tägliches Ritual entwickeln und Geduld haben. Zudem kann es auch sinnvoll sein, den Tränenfilm mit Benetzungslösungen, die Lipide enthalten zu ergänzen.

Sehen Sie sich hier auch das Video zur Lidrandpflege an!

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