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Hyaluronsäure

Hyaluronsäure kommt überall dort im Körper vor, wo die Lubrikation und die Protektion von Geweben und insbesondere von Gelenkflächen unabdingbar ist: Nicht nur im Gelenk, sondern im Glaskörper des Auges oder im Kammerwasser finden sich beispielsweise hohe Konzentrationen von Hyaluronsäure.

Die besonderen chemisch-physikalischen Eigenschaften der Hyaluronsäure erklären ihren vielfältigen Einsatz in der Natur unter anderem als Beschichtung, Schmiermittel, Stoßdämpfer oder Formstabilisator.

Erst 1934 wurde das komplexe Polysaccharid isoliert und benannt. Seit Beginn der therapeutischen Hyaluronsäure-Ära in den siebziger Jahren als Therapeutikum für Rennpferde bis zur Zulassung erster Medizinprodukte 1995 wurde die Herstellung der Hyaluronsäure wesentlich modifiziert.

Geschichte der Hyaluronsäure

1934 - Palmer und Meyer isolieren ein Polysaccharid aus dem Glaskörper eines Rinderauges und nennen es Hyaluronsäure

1970 - Rydell et al. behandeln zum ersten Mal Rennpferde mit HS.

1974 - Peyron und Balasz veröffentlichen erste Ergebnisse der intraartikulären HS-Behandlung der Gonarthrose

1984 - Healon/Pharmacia wird vom BGH als Viskoelastikum für die Vorderkammer des Auges zugelassen.

1985 - Balasz führt den Begriff der Viskosuplementation ein.

Ende 80er Jahre - Mehrere Firmen stellen extraktive Hyaluronsäure aus Hahnenkämmen her. Fermentative Hyaluronsäure wird zum Wirkstoff in Kosmetika. Durch die fermentative Herstellung wird die Hyaluronsäure breiter verfügbar. Hochreine fermentative Hyaluronsäure wird in der Entwicklung von Arzneimitteln und Medizinprodukten eingesetzt.

1995/1996 - Zulassung erster Medizinprodukte nach der neuen europäischen Medizinprodukte-Richtlinie (MDD) für die Ophthalmologie und die Orthopädie.
 

Chemisch-physikalische Eigenschaften

Hyaluronsäure ist ein langkettiges Glykosaminglykan aus den Molekülen Glukurinsäure und N-Azetylglukosamin. Hyaluronsäure vereint die physikalischen Charakteristika von elastischen Festkörpern mit denen von viskösen Flüssigkeiten, d.h. sie ist viskoelastisch. Auch eine Mischung aus Hyaluronsäure und Wasser verhält sich viskoelastisch. Daraus ergeben sich wichtige Funktionen zum Beispiel in synovialen Gelenken. Bei schockartigen Belastungen wirkt die in „Knäueln“ vorliegende Hyaluronsäure als Stoßdämpfer. Die Zusammengeknäuelte Struktur der Moleküle richtet sich linear aus, die Viskosität nimmt rasch ab, kehrt aber sofort wieder zurück, wenn die einwirkenden Scherkräfte nachlassen. Bei langsamer Kompression nimmt auch die Viskosität langsam ab. Die Moleküle setzen gebundenes Wasser frei und nehmen es wieder auf, wenn der Druck abnimmt. So schmieren sie die aneinander gleitenden Gelenkflächen.

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